TIPPS für die richtige Wahl
DES SATTELS

01 – Die verschiedenen Lederteile

QUERSCHNITT EINES SATTELS IN SEINE VERSCHIEDENEN BEREICHE

Der englische Sattel, von außen betrachtet, setzt sich aus den folgenden Hauptteilen zusammen:
Der Sitz, worauf der Reiter sitzt,
Die kleinen Kammern
– feste Bereiche des Sitzes, die die Steigbügelhalter bedecken,
Die großen Kammern
, deren Form vom jeweiligen Gebrauch des Sattels abhängt,
Die untersten Kammern,
die bei einigen Modellen fehlen,
Die Kissen,
die fälschlicherweise „Polster“ genannt werden.

02 – Wahl eines Sattels

Ihr Sitzkomfort und die an die jeweilige Disziplin angepasste Position hängen von einem guten Sattel ab. Sowie bei jeder Disziplin von deren Besonderheiten unter Berücksichtigung der Morphologie des Pferdes und des Reiters und der Gebrauchshäufigkeit.

Ein Sattel wird nicht ohne die folgende Grundausstattung verkauft:
Gurt
ein Paar Steigbügelriemen
ein Paar Steigbügel
Satteldecke

Wahl nach Gebrauch

Anfängersattel

Erleichtert den ersten Kontakt mit dem Reitsport. Angenehm (eher breiterer Sattel). Klassische Position (eher tieferer Sitz). Ausgeprägterer Knauf und Hinterzwiesel, fast in Form einer Wulst, was den sicheren Sitz des Kindes auf dem Sitz garantiert. Griff.

Vielseitigkeitssattel

Sattel für vielseitigen Gebrauch ohne spezielle Nutzung. Gute Position für die Arbeit auf ebener Fläche. Angenehm bei kleinen Hindernissen (leicht nach vorne geneigtes Sattelblatt). Angenehm bei Ausritten. Halbtiefer Sitz. Eher breiter Sitz für äußeren Komfort.

Springsattel

Spezieller Springsattel. Die Neigung der Sattelblätter (nach vorne) erlaubt es, mit kurzen Steigbügeln und in Gleichgewicht zu reiten. Sitze mit weniger dicken Polsterung. Keilkissen vorne und hinten zur Verbesserung der Beinfestigkeit.

Dressursattel

Langes Sattelblatt für gute Beinhaltung (nahezu senkrecht zum Sitz). Komfortabel. Tiefer Sitz (feste Sitzposition: Reiter sitzend in seinem Sattel). Häufig mit langer Begurtung (stärkt den Kontakt Reiter/Pferd).

Westernsattel

Komfort des Reiters: breiter Sitz. Komfort des Pferdes: gute Gewichtsaufteilung des Reiters (breite, vergrößerte Polsterung). Zahlreiche Befestigungspunkte für Bandagen (Taschenansätze). Maximale Dégarrottage für Komfort des Pferdes.

UNTERSCHIEDE KUNSTSTOFF/LEDER

  VORTEILE NACHTEILE
Leder Natürliches, edles Leder. Traditionell und im Allgemeinen schöner. Lebenslange Haltbarkeit, wenn es gut gepflegt wird. Trocknet langsam bei starkem Regen. Regelmäßige Pflege ist unerlässlich.
Kunststoff Kostengünstiger. Pflegeleicht. Trocknet schnell bei Regen. Leichter Sattel. Kann sich bei Reibung erhitzen. Begrenzte Lebensdauer, besonders bei intensivem Gebrauch.

03 – Sattelzubehör

Verschiedene Zubehörteile können mit dem Sattel, je nach Sattelmodell und ausgeübter Disziplin, kombiniert werden.
 

WIDERRISTPAD

Schützt den Widerrist des Pferdes, wenn er zu spitz ist oder der Sattel nicht ausreichend dégarotter . Das Widerristpad wird vor dem Sattel positioniert, um den Sattel anzuheben und Druck- und Reibungspunkte zwischen Widerrist und Sattel zu verhindern.

SCHWEIFRIEMEN

Ein Schweifriemen ist ein Bestandteil der Ausstaffierung, er verläuft unterhalb des Pferdeschweifes und verhindert, dass der Sattel nach vorne rutscht. Besonders praktisch für Ponies, deren Widerrist nicht stark ausgebildet ist. Wird an einem speziellen Ring hinten am Hinterzwiesel (Hinterer Teil des Sattels) befestigt). Größen: Shetland (SHET) Pony (PS), Pferd (FS) Zu beachten: Bei Sätteln ohne diesen speziellen Kruppenring, gibt es eine abnehmbare Befestigung, die hinter unter die Kissen geschoben wird.
 

«COLLIER DE CHASSE» UND ZUGRIEMEN

„Colliers de chasse“ und Zugriemen verhindern, dass der Sattel nach hinten rutscht, insbesondere bei schlanken und zierlichen Pferden. Der „Collier de chasse“ besteht aus einem Riemen, der um den Hals des Pferdes führt und an jeder Seite des Widerristes befestigt wird und eines zweiten, der zwischen den Vorderbeinen mit dem Gurt verbunden wird. Der Zugriemen ist ein Riemen aus Stoff, Leder oder Gummi und wird am Gurt auf jeder Seite des Pferdes befestigt. Er darf nicht zu hoch platziert werden, was die Bewegungen des Halses einschränken würde und auch nicht zu tief, was die Schultern stören würde.

UNTERSCHIEDE
«COLLIER DE CHASSE»
ZUGRIEMEN

Befestigungspunkte am Sattel (wirksamer) auf jeder Seite des Widerristes und unten am Gurt zwischen den Vorderbeinen (die Schultern sind frei) (oft abnehmbares Martingal) Angenehmer für das Pferd.

Leichter anzulegen. Verläuft vor der Brust, Befestigungspunkt auf jeder Seite des Gurtes. Gute Anpassung: Horizontale Linie zwischen Luftröhrenbasis und Schulterspitze.

SATTELAUFLAGE AUS SCHAFFELL

Sitzauflagen dienen dazu, den Komfort eines etwas steifen Sattels beim Training oder bei einem langen Ausritt zu verbessern. Sie können bei Kunststoffsätteln nützlich sein, um Erhitzung zu verhindern.

 

04– Gurte

WOFÜR?

Sie halten den Sattel auf dem Pferderücken und müssen/dürfen:
• Auf den Brustumfang des Pferdes angepasst sein
• Leichte Begurtung ermöglichen
• Verhindern, dass der Sattel sich dreht
• keine Verletzung hervorrufen • von einwandfreier Qualität sein

DIE UNTERSCHIEDLICHEN GRÖSSEN

GRÖSSEN
GEBRAUCH
60-75 cm
Dressurgurte für Sättel, die eine tiefe Begurtung haben A- und B-Ponies.
80-100 cm
B- und C-Ponies. Einige Esel.
100-115 cm
D-Pony D und kleine Pferde.
125 cm
Standard-Pferde 1,60 m bis 1.65 m am Widerrist.
135 cm
Eher größere oder breitere Pferde ab 1,65 m am Widerrist.
145 cm
Große Pferde 1,75 m am Widerrist.

GURTPOLSTERUNG

Für empfindliche Pferde oder bei Ausritten wird es empfohlen, den Gurt in einen Gurtschoner reinzustecken (aus Schaffell oder einem anderen Material, wie Alphagel).
 
 

STOFF ODER LEDER ?

Stoffgurte findet man heute am häufigsten, ihre Widerstandsfähigkeit ist bewiesen, sie sind waschbar und lange haltbar. Sie sind billiger. Doch Leder hat seine Fans; es ist langlebiger, braucht jedoch regelmäßige Pflege. Es schränkt Erhitzung ein, insbesondere für Pferde mit dünnem oder empfindlichem Fell.

05 - STEIGBÜGELRIEMEN

 
Die Steigbügelriemen sind jene Riemen, die am Sattel befestigt werden und die Steigbügel tragen. Sie müssen also das Gewicht des Reiters aushalten sowie große Spannung. Daher müssen sie gut gepflegt und überprüft werden. Sie werden in Paaren verkauft und sind passend zum Sattel.
 
 

DIE UNTERSCHIEDLICHEN GRÖSSEN

125 cm
Junior / Damen
145 cm
Damen / Herren

MATERIALIEN

Vachette-Leder Intensiver Gebrauch
Büffelleder Regelmäßiger Gebrauch
Polypropylen

Der beste Steigbügelriemen ist aus mit Polypropylen gepolstertem Leder. Das Polypropylen verstärkt die Festigkeit des Leders. Verhindert, dass das Leder reißt oder sich weitet.

06 - Steigbügel

Steigbügel unterstützen den Fuß des Reiters. Sie werden mit Hilfe der Steigbügelriemen am Sattel befestigt. Auf der Trittfläche des Steigbügels (flache Seite, wo der Fuß sitzt) wird im Allgemeinen eine Gummieinlage befestigt zur Verbesserung der Rutschfestigkeit.
 
 

FORMEN

Standard oder geschwungen
Der geschwungene Steigbügel verbessert die Fußhaltung: Innenteil des Steigbügels + Fußspitze nach innen, erleichtert Fersenabsenkung. DECATHLON bietet lediglich Standard-Steigbügel an. Die geschwungene Form ist sind immer weniger beliebt.

Sicherheit (elastisch, artikuliert)
bei einem Sturz sofortige Befreiung des Fußes (Springturnier, Military, Kinder, Anfänger).
 
Sprenger-Steigbügel
Gesteigerte Flexibiltät des Knöchels
Entlastet die Gelenke
Befreiung des Fußes bei einem Sturz

07 - Satteldecken

Es gibt drei Größen von Satteldecken: Shetland, Pony und Pferd.
 

Wofür?

- Schützt den Sattel vor dem Schweiß des Pferdes
- Schützt den Rücken des Pferdes gegen Reibung mit dem Sattel und ruckartige Bewegungen des Reiters.
Die praktische und schöne Satteldecke hat eine schützende Rolle (Schweiß). Sie kann in Verbindung mit einem Sattelpad benutzt werden.
 

MODELLE

Für jeden Gebrauch Einfache Baumwolle in Form einer Schabracke.
Für Ausritte Mit Taschen (kleine Ausritte), wasserundurchlässige Taschen.
Dressur Dressur: tiefe und gerade Satteldecke, abgestimmt auf die lange Kammer des Dressursattels.
Westerreiten Westerstyle-Satteldecken oder aus Baumwolle gewebt- wird unter englsichem Sattel benutzt Nimmt Schweiß ausgezeichnet auf - Handwäsche.

08 - Sattelpads

Sattelpads dienen dazu, den Pferderücken zu schützen und den Druck des Sattels zu mildern. Sie werden hauptsächlich zwischen Satteldecke und Sattel positioniert.

Wofür?

Das Pferd hat einen empfindlichen Rücken, der geschützt werden muss. Dafür gibt es Sattelpads:
- zur Vorbeugung (junge Pferde oder solche mit empfindlichem Rücken)
- nach Verletzungen (nach Rückenproblemen)
Sie werden für gewöhnlich zwischen Satteldecke und Sattel oder in einer für diesen Zweck vorgesehenen Tasche der Satteldecke platziert.

Schaffell

Verbessert den Kontakt Sattel / Pferderücken. Kostengünstig. Druckabsorption.

Schaumstoff

Gutes Verhältnis Dämpfwirkung/Gewicht. Druckabsorption. Reißfest. Dank seiner Struktur fest unter dem Sattel. Wird in eine Decke mit Tasche geschoben. Preisgünstig.
Polyurethan-Schaumstoff
Thermogeformt. Leicht. Anatomische Form. Flexibel.

Silikongel

Gel mit hoher Stoßabsorptionswirkung. Vinylumhüllung (naß waschbar). Kann in eine dämpfende Satteldecke geschoben werden. Vielleicht am wirksamsten, aber auch am schwersten.