TIPPS für die richtige Wahl
DES GEBISSES

01 – Die verschiedenen Größen

Das Gebiss bildet mit den Zügeln das Bindeglied zwischen Pferdemaul und Reiterhand.
Bei der Größe gilt in der Regel folgendes:

105 mm Shetland bis B-Pony
115 mm C/D-Pony
kleines Pferd (arabisches oder englisches Vollblut weniger als 1,60 m Stockmaß).
125 mm Standardgröße Pferd (1,60 m – 1,65 m Stockmaß) oder Pony mit großem Kopf.
135 mm Großes Pferd (1,65 m – 1,75 m Stockmaß).
145 mm Großes Pferd oder großer Kopf.

Zu kleine Mundstücke zwängen die Lefzen ein. Wenn das Gebiss zu groß gewählt wurde, kann die Trense den Gaumen des Pferdes verletzten, was die Bewegung der Reiterhand ungenau macht.

 

02 – Die gebräuchlichsten Gebisse

Vorsicht: ein Verkäufer hat nicht die Aufgabe einen Reitlehrer zu ersetzen. Man muss bei der Beratung behutsam vorgehen und immer zu allererst das einfachste Gebiss empfehlen. Das gebräuchlichste Gebiss ist die Wassertrense, doppelt gebrochen, Edelstahl.

Man unterscheidet zwischen:

Die Trense

Das Charakteristische an der Trense ist das Fehlen einer Kinnkette. Ihre Gebissteile, aus Metall oder Gummi, können ungebrochen oder gebrochen sein. Sie ist stets mit einfachen oder mehrfachen Ringen versehen, die rund oder rechteckig sein können. Sie erzeugt vor allem Druck auf die Mundwinkel. Je dünner die Gebissteile sind, desto „schärfer“ wirkt das Gebiss. Eine ungebrochene Trense ist härter als eine gebrochene. Das Gummi macht die Trense angenehmer.

Die Kandare

Sie verfügt immer über eine Kinnkette. Sie üben auf die Bäume eine Hebelwirkung aus: die Kinnkette dient dabei als Fixpunkt, die Bäume als Hebel.
Je länger die Bäume sind, je länger der Hebel ist, desto stärker ist die Einwirkung der Kandare. Man verwendet eine Kandare mit Zungenfreiheit wenn diese zu dick ist um sich zwischen den Unterkiefer und das Gebiss zu legen.

Die Hackamore

Das Pferd hat kein Gebiss im Maul. Sie wird vorwiegend bei Ausritten eingesetzt.

 

Trense 01 – Wassertrense

Es handelt sich um das einfachste Gebiss. Die Wassertrense, die für die Zäumung verwendet wird, ist eine einfache Trense oder eine Olivenkopftrense. Ihre Gebissteile sind viel dünner als die eines einfachen Gebisses. 

Vorteile

Weiches Gebiss durch die Größe der Gebissteile und des geringen Gewichts (hohl). Für Pferde gedacht, deren Maul geschont werden soll: junge Pferde, Dressur Ihr Preis  

Nachteile

Man läuft Gefahr, die Lefzen einzuzwängen, wenn zu klein gewählt. Ihr geringes Gewicht führt dazu, dass einige Pferde mit dem Gebiss „spielen“ und nicht gut an den Hilfen stehen.

Trense 02 - Olivenkopftrense

Sie wird in gleicher Weise verwendet wie die Wassertrense  

Vorteile

  Die olivenförmigen Metallstücke verhindern, dass die Mundwinkel des Pferdes eingeklemmt werden. Massive und Hohle Ausführung- ermöglicht es, die Trense an das Pferd anzupassen

Trense 03 - Knebeltrense

Wird vorwiegend bei jungen Pferden eingesetzt. Verhindert ein Durchziehen des Gebisses durch das Pferdemaul und erleichtert die Dressur und das Führen.

Vorteile

Große Hilfe bei der Dressur von jungen Pferden.
Findet Anwendung bei der Arbeit mit der Longe, verhindert ein Durchziehen des Gebisses durch das Pferdemaul

Nachteile

Die Stäbe können eventuelle in einem Ring oder Gitterstab hängen bleiben, wenn sich das Pferd den Kopf reibt. Man sollte stets aufmerksam sein.

Trense 04 – D-Ringtrense

Ihre Gebissteile sind in der Regel viel dünner als die vorher aufgeführten. Das Gebiss ist dadurch etwas härter. Seine rechteckigen Ringe helfen bei Pferden, die nicht gut drehen und verhindern ein Durchziehen des Gebisses durch das Pferdemaul. Mit den Schlaufen übt sie eine geringe Hebelwirkung aus.

Vorteile

Ist für viele Pferde geeignet. Verhindert, dass die Mundwinkel des Pferdes eingeklemmt werden. Interessant für Turniere, vor allem beim Hindernisreiten.  

Nachteile

Die Ringe sollten stets gut ineinander greifen.

 

Trense 05 – Baucher-Trense

Gekennzeichnet durch die Verschiebung zwischen der Befestigung der Backenriemen (kleine Ringe) und der Zügel (große Ringe). Diese Verschiebung führt zu einer leichten Hebelwirkung auf die Bäume.  

Vorteile

Wirksames Gebiss bei Pferden, die an den Zügel ziehen und/oder sich bei der Anlehnung schwer tun. Hilft bei der Anlehnung
Vereinfacht die Biegung im Genick (seitwärts) durch eine leichte Hebelwirkung Hebt Pferde heraus, die zu sehr auf den Schultern liegen.  

Nachteile

Führt schnell dazu, dass diejenigen Pferde, die keine Probleme haben, sich auf den Zügel legen.  

Trense 06 - Aufziehtrense

Die Ringe dieser Trense sind wesentlich größer als die gängigen Trensen. Sie hat zwei Ösen, durch die ein Leder- oder Nylonband mit einem Ring gezogen sind. Es ist ebenfalls möglich, das erste Paar Zügel mit dem Trensenring zu verbinden und das zweite Paar mit dem Ende des Bandes. Je größer der Ring der Trense ist, je schärfer ist die Einwirkung. Die Trense verbessert das Gleichgewicht des Pferdes, und verringert dabei eine Gewichtsverlagerung auf die Vorhand.

Wird bei Ausritten und Spielen eingesetzt: Jagd, Wettkampf, Polo, Horse-Ball

Die Backenriemen der Aufziehtrense haben in der Regel eine Schraube, die man öffnen kann, um den Riemen durch die Öse der Trense zu schieben.

Nachteile

Durch Unwissenheit, wird es oft gemäß seinem Namen dazu verwendet, das Pferd herauszuheben

Die Hackamore

Es ist eine Besonderheit, da das Pferd nichts im Maul hat.
Folgende Bestandteile

ein Nasenriemen
eine Kinnkette
zwei Bäume, unterschiedlich lang

Wirkt durch den Druck des Nasenriemens auf die Nasenflügel durch Hebelwirkung (Kinnkette und Bäume). Der Härtegrad der Wirkung der Hackamore hängt ab von: Dem Material auf dem Nasenriemen: Gummi, weiches Leder, hartes Leder.

Je dünner der Riemen ist, desto härter ist die Wirkung.
Je nach Länge der Bäume vervielfacht sich die Hebelwirkung. Die Art der Kinnkette (Kettchen, Leder...) Die Anbringung auf dem Kopf; je niedriger sie angebracht wird, desto schärfer ist die Wirkung..

Vorteile

Sehr wirksames Gebiss, welches das Maul des Pferdes schont. Bietet sich für Ausritte an, bei denen das Pferd keine Gefahr läuft, sich an den Mundwinkeln zu verletzen. Einfache Nahrungsaufnahme möglich.
Übergangsweise für Pferde zu empfehlen, die Zahn-, Kinn- oder Zahnfleischschmerzen haben.
Interessant für Pferde, die ein empfindliches Maul haben oder gegen die Hand gehen.  

Nachteile

Da das Pferd in der Regel auf am Hals anliegende Zügel reagiert, erfordert der Einsatz einer Hackamore, dass das Pferd zumindest etwas dressiert ist. Ein zu tief platzierter Nasenriemen stört bei der Atmung und kann sich negativ auf den Knorpel der Nüster auswirken.
Bei der Dressur verboten   

Zubehör

GUMMI-GEBISSSCHEIBEN

Die Gebissscheiben werden auf beiden Seiten angebracht, am Innenstück des Gebisses. Schützt die Mundwinkel der empfindlichen Pferde (Einklemmen an der Wassertrense).
Ermöglicht es, ein Gebiss um eine Größe zu verkleinern (ein 125 cm langes Halfter, wird 115 cm lang).

KINNKETTE

Kinnketten Sie werden verwendet, um den Hebeln einiger Gebisse einen Anlehnungspunkt zu bieten: Pelham, Kandare, spanisch…
Kinnkettenschutz Gibt es aus Gummi: einfacher Schutz oder aus Alpha-Gel: Dämpft die Vibrationen.

 

Kandare 01 - Beschreibung

Kandare LHOTTE

Pumpkandare SAUMUR

Das Gebissteil existiert mit Verbindungsstück oder Zungenfreiheit. Das Gebissteil ist in der Regel dünner und die Bäume länger als bei den Kandaren, welche in anderen europäischen Ländern Anwendung finden.
Das Gebissteil hat auf den Bäumen ein Spiel von 10 bis 15 mm. Diese Beweglichkeit des Gebissteils bringt das Pferd dazu, mit der Kandare zu spielen, am Gebiss abzukauen, seinen Mund zu mobilisieren und seinen Kiefer zu entspannen.

Die Dressurverordnung sieht vor, dass alle Teile der Kandare im Pferdemaul (Trense, Kandare und Kinnkette) aus dem gleichen Metall sein müssen.
Der Hebel darf nicht länger als 10 cm sein (Länge unterhalb des Gebissteils, welches durch das Maul geht).
Der Durchmesser des Kandarenrings darf nicht größer als 8 cm sein.

 

Kandare 03 - Pelham

Die weichesten Ausführungen verfügen über eine Gummistange. Die Ringe der Kandare werden durch Bäume verlängert, an deren Enden bewegliche Ringe liegen. An diesen werden die Zügel befestigt. Die Kinnkette wird an den Haken befestigt, die auf beiden Seiten der Kandare liegen. Der Pelham kann auf verschiedene Art und Weise eingesetzt werden: Mit einem einzigen Zügelpaar. Dieses wird an Lederringen befestigt, die wiederum an den zwei Seitenringen festgeschnallt werden. Es ist ein Zusammenspiel der Trensen- und Kandarenzügelwirkung und führt zu einer ungenauen Zügelführung.

Kann in dieser Form draußen verwendet werden. Und zwar mit Pferden, die mit zwei Paar Zügeln ziehen, welche an den zwei Hauptringen befestigt sind. Dieser Aufbau ermöglicht es, von der Hebewirkung der Trense und der senkenden Wirkung der Kandare zu profitieren. Sie stellt eine große pädagogische Hilfe dar, um die Benutzung von 4 Zügeln zu vermitteln (Kandare). Ihre Anwendung setzt ein gewisses Maß an Feingefühl voraus.

Vorteile

Einführung bezüglich des Einsatzes einer Kandare

Nachteile

Nicht genau, wenn bei Reinzuchten verwendet. Sollte ausschließlich von erprobten Reitern eingesetzt werden.