TIPPS für

HILFSZÜGEL

01 – Verschiedene Arten von Hilfszügeln

Wofür?
Wenn sie richtig verwendet werden, sind Hilfszügel eine wirkungsvolle Ergänzung der täglichen Arbeit, die darauf abzielt, die Muskeln des Pferdes richtig zu trainieren. Einige Hilfszügel setzen sich von diesem Zweck ab; gemeint sind Martingale, die die Bewegungen eines unzureichend dressierten Pferdes von oben nach unten einschränken. Hilfszügel sind mehr oder weniger schwer zu benutzen und sollten nur von erfahrenen Reitern benutzt werden oder unter der Aufsicht eines Lehrers.
 

ARTEN VON HILFSZÜGELN

Arten von Hilfszügeln
Solche, die für die Muskelbildung sorgen
Solche, die die Muskulatur trainieren
  Gogue (Longe). Elastische Ausbinder Pirelli (mittig zwischen den Vorderbeinen angebracht). Schlaufzügel (mittig angebracht). Geführte Gogue-Zügel (mit Reiter). Ausbinder Pirelli (seitlich angelegt). Schlaufzügel (seitlich angelegt).
Gebrauch? Diese werden als erstes bei jungen Pferden benutzt, um ihren Rücken auszubilden. Das Pferd trainiert hauptsächlich im Trab, der Gangart zur Muskelbildung. Der Dresseur achtet darauf, dass es ein langsames aber AKTIVES Tempo einschlägt. Diesen werden bei Pferden mit ausreichend trainierter und gut ausgerichteter Rückenmuskulatur, um am Gleichgewicht zu arbeiten, verwendet. Sie fördern die Muskulatur des Halses und der Hinterbeine.

02 – Beschreibung und Anlegen

Gogue

Sie werden in Dreiecksform angelegt. Mehrere Riemen werden am Gurt in Höhe des Obergurtes zwischen den Vorderbeinen befestigt. Sie werden mit Kordeln, die in den Trensenring und in am Kopfteil befestigte Scheiben geschoben werden, verlängert. Der Gogue-Hilfszügel kann auf zwei Arten benutzt werden:

-allein (Longe)
-geführt, wenn die Kordelenden zusätzlich zu den normalen Trensenzügeln mit einem Paar Zügel verbunden sind (beritten).

Schlaufzügel

Schlaufzügel gehen von der Hand des Reiters aus, werden in den Gebissring geschoben und am Gurt befestigt: entweder seitlich des Gurtes oder zwischen den Vorderbeinen.

Elastische Ausbinder Pirelli

Sie sind mit Gummibändern, Gummiringen ausgestattet und können seitlich oder mittig angelegt werden. Der Pirelli-Ausbinder ist an einer Seite am Obergurt befestigt und an der anderen Seite am Gebiss.

Martingal

Es gibt zwei verschiedene Arten:
- Ringmartingal.
- Festes Martingal.

Ringmartingale haben zum Ziel, ungewollte Bewegungen nach oben bei der Hindernisarbeit einzuschränken und das Pferd in einen bestimmten Zügelraum zu bringen.

03 – Wirkung und Nachteile von Hilfszügeln

HILFSZÜGEL
VORTEILE
NACHTEILE
Gogue

Kann mit Longe oder beritten benutzt werden.

Das Pferd kann aufhören, die Zügel zu spannen und den Kopf gegen die Brust werfen (sich einrollen).
Schlaufzügel Kostengünstige und einfache Hilfszügel. Wenn sie falsch benutzt werden, spielen Schlaufzügel oft eine Zwangrolle, die dem Pferd nichts beibringt.
Ausbinder Ermöglicht dem Pferd, sich in den Ausbinder zu strecken, wie er es beritten tun würde. Gelinde gesagt kann das Pferd den Kontakt mit den Zügeln meiden und die „Hand lockerlassem“. Im Schritt und Galopp verwenden.

04 – Erstgebrauch

Beim ersten Gebrauch werden die Hilfszügel eher locker gebunden, damit das Pferd versteht, welche Einstellung von ihm erwartet wird und damit kein Unfallrisiko besteht. Bei Hilfszügeln, die auf den Nacken wirken, gibt man dem Pferd eine erste „Einführung“ und zeigt ihm im Stehen, dass es den Kopf herunter tun muss, wenn der Hilfszügel Druck auf den Nacken ausübt. Mit allen Hilfszügeln sollten die ersten Trainingseinheiten von kurzer Dauer (maximal 10 min. auf jeder Hand) und mit Pausen sein. Der Fortschritt in der Arbeit mit Hilfszügeln sollte in keinem Fall unter Zwang mit mechanischer Kraft erreicht werden. Das Pferd muss nach und nach verstehen, dass die richtige Einstellung ihm das bestmögliche Gefühl in Maul und Nacken verschafft, in dem es dem Druck nachgibt.